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Letzte Aktualisierung: 12.06.2026 15:42
| Autor | Titel | Jahr | Kategorie | Notiz |
|---|---|---|---|---|
| Hanns Wienold | Indien heute. Die Armut bleibt unbesiegt. Münster: Westfälisches Dampfboot | 2019 | Buch | |
| Hanns Wienold | Stille Epidemie: Suizide. Indische Studierende und ihre Berufsnot. in: Südasien. 46. Jg. Nr.1/2026, S.36 - 39 | 2026 | Zeitschriftenartikel | Mehr als 110.000 Studierende in Indien suchten in den letzten zehn Jahren den Tod durch eigene Hand. Sie sind ein Seismograph der Erschütterungen und Risse im gesellschaftlichen Körper, schlussfolgert der Autor. |
| Hanns Wienold | Small Family, Happy Family! Der National Family Health Survey 2019-2021. Südasien 43. Jg. Nr.3/2022, S. 41-47 | 2022 | Zeitschriftenartikel | Im Jahr 1964 traten die indischen Bevölkerungsplaner mit dem Slogan Remember! A Small Family is a Happy Family an die Öffentlichkeit. Auf einem Bild figuriert ein junges Paar mit zwei Kindern – einem (lesenden) Jungen im Vordergrund und einem Mädchen im Hintergrund. Damit wird die Zwei-Kind-Familie zum Ideal erhoben, mit einem heterosexuellen Paar, einer rationalisierten Sexualität und einer auf Aufwärtsmobilität gerichteten Zukunft. Gleichzeitig wird der Präferenz für Söhne Rechnung getragen. Der National Family Health Survey (NFHS) 2019-2021 legt nahe, dass Indien mit einer nationalen Total Fertility Rate von 2,0, die bereits unter der Reproduktionsquote von 2,1 liegt, das Ziel der „kleinen Familie“ erreicht. Ob diese Familien auch glücklich sind, steht auf einem anderen Blatt. |
| Miriam Friz Trzeciak, Elisabeth Tuider, Hanns Wienold (Hrsg.) | Transit Mexiko. Migration, Gewalt, Menschenrechte. Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot | 2018 | Herausgeberschrift | |
| Hanns Wienold | Im Labyrinth der Gewalt. Warum der mexikanische Staat Migrant_innen und Transmigrant-_innen nicht schützen kann oder nicht will. In: Miriam Friz Trzeciak u.a. S. 93 - 120 | 2018 | Buchbeitrag | |
| Miriam Friz Trzeciak, Hanns Wienold, Elisabeth Tuider | Transit Mexiko. Migrations- und Gewalterfahrungen zwischen Mittelamerika und den USA. In: Miriam Friz Trzeciak u.a. S. 9.-28 | 2018 | Buchbeitrag | |
| Hanns Wienold | Tödliche Landwirtschaft. Suizid in der indischen Agrargesellschaft. Südasien. 37. Jg. Nr.4 2017 S. 61-63 | 2017 | Zeitschriftenartikel | Nach den offiziellen Zählungen des National Crime Record Bureau (NCRB) haben sich in 20 Jahren von 1995 bis 2014, seit die zeitlich und regional massiert auftretenden Selbsttötungen auf dem Lande die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkt auf sich zogen, mehr als 300 000 indische „Bauern“ selbst das Leben genommen. |
| Hanns Wienold | Fünf Gaben: Milch, Ghee, Joghurt, Urin und Dung. Rinderverehrung und Rinderhaltung in Indien. Südasien. 35. Jg. Nr.2/2015, S. 15-22 | 2015 | Zeitschriftenartikel | Die aktuelle Kuh-Schutz-Bewegung hat in Indien viele Freunde und viele Gegner. Die „heilige Kuh“ ist eine brahmanische Erfindung, die eng mit dem Kastensystem verknüpft ist. Ein generelles Verbot, Rindfleisch zu verzehren, würde vor allem die Muslims und die Kastenlosen treffen. |
| Hanns Wienold | Von Missing Women zum Empowerment Der National Family Health Survey Teil 2. Südasien. 43. Jg. Nr 4 /2022, S. 42-48 | 2022 | Zeitschriftenartikel | Das Ausbleiben von Söhnen ist für indische Frauen eine ebenso große, ihre gesellschaftlichen und familialen Status gefährdende Bedrohung wie die Gefahr der Unfruchtbarkeit. Eine sinkende Fruchtbarkeitsrate und die staatlich beförderte Etablierung der Zweikindfamilie ist mit der den Frauen auferlegten Erwartung, durch die Familien ihrer Ehemänner, einen Sohn zu gebären, nur bedingt vereinbar. Trotz partiellem Empowerment bleibt die Emanzipation von der Familie, in die die Frauen einheiraten, unvollständig. |
| Hanns Wienold | "Mission Sauberes Indien". Autoritäre Modernisierung und das Menschenrecht auf sanitäre Versorgung. FIAN Fact Sheet 2020/1 | 2020 | Beilage | ndien versucht seit 2014 einen „großen Sprung“ nach vorne in der sanitären Versorgung der ländlichen und städtischen Armutsbevölkerung vor allem durch den Bau von gut 100 Millionen privater Toiletten. Der nachhaltigen Umsetzung stehen jedoch vor allem Mängel in der Versorgung der Haushalte mit Wasser und die fehlende Infrastruktur der sicheren Entsorgung der Fäkalien im Wege. |
| Hanns Wienold | Reis mit Eisen. "Offener" und Stiller Hunger" in Indien im Jahr 2023. Südasien. 43. JG. Nr.3/ 2023, S.43 - 46 | 2023 | Zeitschriftenartikel | Zur Eindämmung des „stillen Hungers“ plant die indische Regierung für 800 Millionen Inder/-innen die obligatorische Versetzung der täglichen Reismahlzeit mit Eisen. Blutarmut ist insbesondere unter schwangeren Frauen und Kindern verbreitet. Das Programm ist mit hohen Risiken verbunden. Davon, von zweifelhaften Wirkungen und mächtigen industriellen Interessen berichtet der Autor. |
| Hanns Wienold | Leben in der Schwebe. Indien in der vglobalen Informalität. Südasien Jg. 40 Nr.4/2020 S. 65-69 | 2020 | Zeitschriftenartikel | Die Pandemie schärfte den Blick für die sozialen Folgen einer wesentlich auf Informalität beruhenden Ökonomie. Der Autor beleuchtet die schon vor der Pandemie angelegte Struktur im Beschäftigungssektor und der gewerkschaftlichen Interessenvertretung |
| Hanns Wienold | Ist die Armut besiegt? Je nach Methodik fast. Südasien Jg.44 Nr.2 2024, S. 41-47 | 2024 | Zeitschriftenartikel | Knapp vor den indischen Parlamentswahlen brachte die Regierung unter Premierminister Modi erste Ergebnisse des lang erwarteten Household Consumption Expenditure Survey 2022-23 (HCES) an die Öffentlichkeit. Welche Aufschlüsse über die Entwicklung der Armut in der indischen Bevölkerung erwartet werden können, fasst der Autor zusammen |
| Hanns Wienold | Am Boden der Gesellschaft. Latrinenreinigung in indischen Städten heute. Südasien. 44. Jg. Nr.4/ 2024, S. 52-55 | 2024 | Zeitschriftenartikel | Die indische Regierung erklärte im August 2024 das Ende der manuellen Latrinenreinigung (manual scavenging). Ob das der Wirklichkeit Stand hält, untersucht der Autor für den städtischen Bereich. |
| Hanns Wienold | Systemrelevant: Zirkuläre Arbeitsmigration Im ländlichen und städtischen Indien. Südasien 1.2021, S. 80-84 | 2021 | Zeitschriftenartikel | Die verstörenden Bilder vom Exodus der Wanderarbeiter/-innen aus indischen Städten, verursacht durch den brutalen Lockdown im März 2020, gingen um die Welt. Der darauf folgende Zusammenbruch des Wirtschaftslebens zeigte die „Systemrelevanz“ der auf ungefähr 150 Millionen Arbeitskräfte geschätzten zirkulären Wanderarbeit. Sie ist Teil der Beschäftigung zu erbärmlichen Bedingungen in allen Wirtschaftsbereichen. |
| Hanns Wienold | Die Kaste in der Klasse. Latrinenreiniger*innen in Indien. iz3w 405 November/dezember 2024 30-333 | 2024 | Zeitschriftenartikel | |
| Hanns Wienold | Wohin mit menschlichen Fäkalien? Die sanitäre Situation in den ländlichen Regionen Indiens. Südasien 1/2025 S. 51-55 | 2025 | Zeitschriftenartikel | Die sanitäre Situation im ländlichen Indien mit seinen mehr als 600.000 Dörfern, in denen etwa 64 Prozent der Bevölkerung residieren, ist trotz der groß angelegten Programme der gegenwärtigen Regierung weiterhin prekär. Dies belastet die Umwelt und die Gesundheit besonders von Kindern |
| Hanns Wienold | gewogen und zu leicht befunden: Indien im global hunger Index. Food First 1/2023 S. 16 -17 | 2023 | FIAN Beitrag | Im boomenden schwellenland Indien leiden so viele Menschen unter hunger wie in keinem anderen Land der Welt. Auf dem global hunger Index vom Oktober 2022 rangiert Indien unter 121 Ländern auf Platz 107, nachdem es im Vorjahr noch Platz 101 belegt hatte. Die Ernährungslage bei seinen Nachbarn Nepal, bangladesch, sri Lanka und Pakistan, die niedrigere Rangplätze erzielen, hat sich dagegen verbessert. Die autoritär vorangetriebene Modernisierung Indiens hat keine Zeit für die Menschen, die aus eigener Kraft nicht mithalten können. |
| Hanns Wienold | Selektion und Schläge. Bevölkerungspolitik und Familie in Indien. iz3w 396 März - April 2023 S. 6 - 9 | 2023 | Zeitschriftenartikel | |
| Hanns Wienold | Staat ohne Maske: Indien in Zeiten des Virus. Food First 2/2020 S. 6-7 | 2020 | FIAN Beitrag | Der von Regierungschef Narendra Modi am 23. März verkündete rigide Shutdown führte zu einem Exodus von Millionen temporärer, migrantischer Arbeitskräfte aus den Städten. Über Nacht verloren sie ihre Existenzgrundlage als Tagelöhner, Vertragsarbeiter oder „Solo-Selbständige“, etwa im Straßengewerbe. Oftmals konnten sie sich nur noch für kurze Zeit ernähren. In vielen Fällen blieben Arbeitgeber die Löhne schuldig. |
| Hanns Wienold | Auf dem Altar der Modernisierung. "Farmer´s Suicides in Indien". In: Ilse Lenz Lenz, Gerhard Hauck, Hanns Wienold Hrsg.) S. 251 -284 | 2020 | Buchbeitrag | Die Suizidwellen, die in Indien seit Mitte der 1990er Jahre des vorigen Jahrhunderts bis in die Gegenwart hinein die ländliche Gesellschaft erschüttern, sind nicht nur Ausdruck prekärer betrieblicher Existenzformen und der Krisen bäuerlicher Familienwirtschaften, sondern Kennzeichen einer „prekären Bevölkerung“, der es bevorsteht, in der forcierten Modernisierung der Gesellschaft, die das Industriezeitalter zu überspringen scheint, überflüssig gemacht zu werden |
| Hanns Wienold | Kuhschutz vor Menschenrecht. Der hindunationalistische Kult um die Kuh endet in Gewalt. iz3w 358, Januar/ Februar 2017, S. 11-13 | 2017 | Zeitschriftenartikel | Mit dem erneuten Wahlsieg der Bharatiya Janata Party (BJP) im Jahr 2014 verstärkten sich in Indien die Aktivitäten hindunationalistischer Gruppierungen. Dazu gehört ein größeres Augenmerk auf die hinduistische ‚Heiligkeit’ der Kuh. Seither nimmt der Kuhschutz immer militantere Formen an. Vermehrt bilden sich Gruppen von „Kuhschützern“, die den Alltag von Muslimen und Dalits terrorisieren und Lynchjustiz verüben |
| Hanns Wienold | Streiks und Polizeigewalt. In Indien versinken Arbeitsrechte in der Informalität. iz3w 366 Mai/Juni 2018, S.16-18 | 2017 | Zeitschriftenartikel | |
| Hanns Wienold | Im Kreislauf der Armut. Südlink 180, S. 16-18 | 2017 | Dossier Indien | Indien ist ein reiches Land mit einer boomenden Wirtschaft, doch der Auf - schwung kommt nicht bei den Armen an. Vor allem, wenn sie auf dem Land leben. Dort leidet die Mehrheit der Menschen Hunger. Dies liegt auch an einer staatlichen Politik, die über kom - mene Klassen- und Kasten strukturen festschreibt. Immer mehr Menschen aus der »Unterklasse der Überflüs - sigen« entfliehen ihrem Elend durch Suizid. |
| Hanns Wienold | Changar. Bericht aus dem "Dürren Land". Ökologischer Niedergang und Involution am Fuße des Himalajas. Peripherie Nr. 65/66, 1997, S.49-80 | 1997 | Zeitschriftenartikel | |
| Hanns Wienold | Tödliche Agrarkrise. Pestizide vergiften die indische Landbevölkerung. iz3w 353, März/April 2016, S. 6-9 | 2016 | Zeitschriftenartikel | |
| Hanns Wienold | Wer sind die Opfer? Bäuerliche Selbstmorde und die Agrarkrise in Indien. iz3w 350, September/Oktober 2015 | 2015 | Zeitschriftenartikel | Nach den offiziellen Zählungen des National Crime Record Bureau(NCRB) haben sich in 20 Jahren, von 1995 bis 2014, mehr als 300.000 indische „Bauern“ das Leben genommen. In diesem Zeitraum haben die zeitlich und regional massiert auftretenden Selbsttötungen auf dem Lande zwar die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zogen, an den Ursachen hat sich jedoch wenig geändert. |
| Hanns Wienold | Geglaubt wird überall. Religionen auf Reisen. Peripherie Nr. 134/135, 34. Jg. 2014, Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster, S. 148-186 | 2014 | Zeitschriftenartikel | Die Reisetätigkeit von Religionen zeigt sich deutlich dort, wo sich Götter und religiöse Kräfte an neuen Orten niederlassen und verehrt werden. Auch etablierte Religionen bedürfen des Reisens, der Vermittlung und des Austausches zwischen den zentralen Orten religiöser Praxis und vor allem der Rückkehr zu den tatsächlichen oder imaginierten Ursprüngen. Insofern ist mit „Religionen auf Reisen“ mehr gemeint als nur die „Religionen von Reisenden“. Die Beobachtung dieser Reisetätigkeiten macht darauf aufmerksam, dass sich Religionen, welchen Anspruch sie auch immer haben, ihrer Lokalisierung nicht entziehen können. Sie sind und bleiben verortet und nehmen in dieser Form an der Globalisierung teil |
| Hanns Wienold | Indiens Landbevölkerung: Wo Hunger zum Alltag gehört. Food First. 3/2017 S.10.11 | 2017 | FIAN Interview | Die indische Wirtschaft boomt. Dennoch leiden große Teile der Bevölkerung unter Armut und Hunger. Der staatlichen Politik gelingt es kaum, die Klassen- und Kastenstrukturen zu überwinden. Durch mangelnde Investitionen in den Gesundheits- und Bildungsbereich geraten soziale Menschenrechte weiter ins Abseits. |
| Reinhart Kößler, Hanns Wienold | Der Wert in der Warengesellschaft: Gedankending oder Realabstraktion. In: | 2018 | Handbuchbeitrag | Im Zentrum des Artikels steht eine kritische Rekonstruktion des Marxschen Konzeptes des Werts. Sie wird eingangs kontrastiert mit dem Konzept des Werts bei Georg Simmel sowie im Weiteren insbesondere gegen vorkapitalistische Verhältnisse und die in diesem Zusammenhang erhobenen Ansprüche auf eine überhistorische Geltung des Wertbegriffs abgegrenzt. Die eigentliche Explikation der Marxschen Theorie in diesem zentralen Punkt nimmt sowohl die Frage der Arbeit und der hier ansetzenden „Arbeitswerttheorie“ auf als auch die eigentliche Bedeutung der Marxschen Werttheorie als Geldtheorie. Diese Probleme werden durch die Sekundärliteratur verfolgt, wobei insbesondere die „neue Kapital-Lektüre“ ausführlich untersucht wird |
| Hanns Wienold | Inszenierte Verteilungsgerechtigkeit. Zur politischen Ökonomie des Fairen Handels. iz3w 338, September/Oktober 2013, S.24-27 | 2013 | Zeitschriftenartikel | |
| Hanns Wienold | Indien: Gößenklassen. Der stille Hunger schreibt die Herkunft in die Körper ein. iz3w 399, Novemmber/Dezember 2023 S. 15-17 | 2023 | Zeitschriftenartikel | |
| Hanns Wienold | "Sauberes Indien": Fortschritte in der Sanitärversorgung? FoodFirst 1/2020, S. 8-9 | 2020 | FIAN Beitrag | |
| Bernd Röttger, Hanns Wienold | Multinationale Konzerne. In: Wolfgang Fritz Haug et al. (Hrsg.) Historisch-Kritisches Wörterbuch des Marxismus, Band 9/II, Argument-Verlag, S. 1590-1598 | 2023 | Handbuchbeitrag | Die Suizidwellen, die in Indien seit Mitte der 1990er Jahre des vorigen Jahrhunderts bis in die Gegenwart hinein die ländliche Gesellschaft erschüttern, sind nicht nur Ausdruck prekärer betrieblicher Existenzformen und der Krisen bäuerlicher Familienwirtschaften, sondern Kennzeichen einer „prekären Bevölkerung“, der es bevorsteht, in der forcierten Modernisierung der Gesellschaft, die das Industriezeitalter zu überspringen scheint, überflüssig gemacht zu werden |
| Hanns Wienold | Managerherrschaft. In Wolfgang Fritz Haug et al. (Hrsg.) Historisch-Kritisches Wörterbuch des Marxismus, Band 8/II, II, Argument-Verlag, S. 1615-1623 | 2015 | Handbuchbeitrag | Die Delegation von traditionell mit kapitalistischem Eigentum verknüpften Aufgaben (Beaufsichtigung, Organisation, Leitung, Handel) an Spezialisten ohne Kapitaleigentum ist wahrscheinlich so alt wie der Kapitalismus selbst (Pollard 1965). Schubartig nahm sie in den USA zu aufgrund der in den 1890er Jahren einsetzenden großen Wirtschaftskrise, die durch den Fall der Profi trate verursacht wurde und zu einer Wettbewerbskrise eskalierte. Formen und Institutionen des Kapitaleigentums (der Familienbetrieb in Verbindung mit einem auf Warenkredit ausgerichteten Bankensystem) erfuhren eine dreifache Revolution: auf der Ebene der Kapitalgesellschaften, der Unternehmensführung und des Finanzsektors |
| Hanns Wienold | Im Kreislauf verfangen. Arbeitsmigration und Vertragsarbeit in Indien. In: Peter Birke Lisa Carstensen Nikolai Huke Lisa Riedner (Hrsg.) Geteilte Arbeitswelten. Konflikte um Migration und Arbeit 1. Auflage 2024 Beltz Juventa · Weinheim Basel S. 61 - 77 | 2024 | Buchbeitrag | In den ländlichen Regionen Indiens kam der Saisonarbeit, auch bezeichnet als „footloose labour“ (Breman 1997), schon immer eine wichtige Rolle zu. Die zirku- läre Arbeitsmigration zwischen Land und Stadt ist in ihrer Massenhaftigkeit aber ein relativ junges Phänomen und bestimmt die städtischen Ökonomien erst seit der Liberalisierung der indischen Wirtschaft und der Öffnung zu den Weltmärk- ten in den 1990er Jahren. Vor allem in den Dörfern angeworbene Arbeitskräfte – Männer, Frauen und Kinder aus den sogenannten ,tribal areas‘1 – sind oftmals über Monate in Bewegung: z. B. zur Zuckerrohr- oder Reisernte, zur Arbeit im Straßenbau oder in Ziegeleien. Insbesondere ärmere Regionen sind durch zirku- läre Arbeitsmigration, überwiegend von jungen Männern, in Form einer sich oft über Monate und bis zu mehreren Jahren erstreckenden Ab- und Rückwanderung zwischen ländlichen und urbanen Regionen, gekennzeichnet. |